Meditation lernen - einfach meditieren!


Hinsetzen, meditieren!

Eines gleich vorweg: meditieren ist leichter als du denkst. Lass folgende Bedenken einfach mal beiseite: was muss ich alles beachten, an was darf ich denken, wie muss ich sitzen, oder sollte ich besser doch liegen? Musik im Hintergrund? Keine Musik? Wie muss ich atmen, welches Gefühl sollte sich einstellen und so weiter ...

Viel wichtiger: einfach mal beginnen. Und schauen was passiert.

Nimm dir ein bisschen Zeit (10 Minuten reichen anfangs vollkommen aus), suche dir ein ruhiges Plätzchen (aber wirklich ruhig, am besten Türe zu und nichts zulassen, was dich stören könnte), setze dich bequem hin (entweder auf einem Meditationsstuhl, einen ganz normalen Stuhl oder einfach auf den Boden) und schließe deine Augen.

Fertig.

Sieh zu, dass du vor allen Dingen bequem sitzt, so dass du die nächsten Minuten problemlos aushalten kannst. Für den Anfang reicht ein ganz normaler Stuhl. Er erlaubt dir, eine bequeme Position einzunehmen, in der du längere Zeit verweilen kannst. Wenn du magst, kannst du dich aber auch auf ein Kissen setzen. Versuche, den Rücken möglichst gerade zu halten, deinen Kopf ein wenig gesenkt (das Kinn darf richtig Brust gehen).

Stelle dir vor, wie dein Körper an einem unsichtbaren Faden leicht nach oben gezogen wird.

Schließe dann deine Augen und nimm einige tiefe Atemzüge. Lass dabei alles los, was dich irgendwie noch beschäftigt. Dann atmest du ganz normal ein und aus, aber bewusst. Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Wie er durch die Nase rein- und wieder rausfließt ...

Ich persönlich stelle mir die Atemluft wie eine Art "Energie" vor, die ich voll und ganz einatme und wieder ausatme. Diese Energie darf sich dann in meinem ganzen Körper ausbreiten und jede Zelle mit all dem Guten versorgen, was sie gerade braucht.

Stuhl, Kissen oder Boden?

Ich empfehle die Sitzhaltung. Sicherlich gibt es auch Meditationen im Stehen, Gehen oder Liegen. Für die klassische Meditation aber empfiehlt sich das Sitzen. Idealerweise im Schneidersitz.

Wenn du liegst und deine Gedanken loslässt, kann es leicht passieren, dass du einschläfst. Nimm von daher eine aufrechte Sitzposition ein. Wenn dir der Schneidersitz Probleme macht, strecke deine Beine oder winkle sie an.

Ich habe mich für einen bequemen Meditationsstuhl entschieden. Für mich persönlich war die Rückenlehne wichtig.

Meine ersten Meditationsversuche habe ich sitzend auf dem Boden vollzogen, im Schneidersitz und ohne irgendwelche Hilfsmittel. Schnell merkte ich, dass diese Haltung für meinen (weniger trainierten) Rücken nach einigen Minuten zur Qual wurde.

Beim Meditieren ist es aber wichtig, bequem und ohne Schmerzen oder Beschwerden sitzen zu können. Zudem ist der Stuhl extrem leicht und schnell von A nach B transportiert.

Worauf kommt es beim Meditieren an?

Den ganzen Tag über schwirren Gedanken durch unseren Kopf. Wenn wir morgens aufstehen, denken wir bereits über den Tag nach, was wir zu erledigen haben, was ansteht, was uns auf der Arbeit erwartet, auf wen wir treffen.

All diese Gedanken erzeugen innere Gefühle. Freudige oder weniger angenehme. Es wird Zeit zu entschleunigen!

In der Meditation geht es darum, alles einmal loszulassen Gedanken können wir nicht abstellen, sie sind immer da. Aber wir können bewusst entscheiden, wie wir mit ihnen umgehen.

Stell dir ein Bewusstsein als inneren Beobachter vor. Du BIST nicht deine Gedanken, du BEOBACHTEST sie nur. Sie sind da, ja. Aber identifizieren dich nicht mit ihnen. Wenn ein Gedanke auftaucht sag dir "oh, da ist ein Gedanke. Gut so". Nicht mehr und nicht weniger.

Und darauf kommt es in der Meditation an: Gedanken als solche zu erkennen und sie zu beobachten.

Mir hilft es, wenn ich mir meine Gedanken wie Wolken am Himmel betrachte. Ich sitze da unten in sicherer Entfernung und sehe, wie die Wolken an mir vorüberziehen. Sie kommen und gehen. Aber ich identifiziere mich nicht mit ihnen. Ich lass sie nicht über mich bestimmen. Sie nehmen mich nicht ein.

Ich beobachte. Sage mir "ok, da ist ein Gedanke". Ohne näher auf ihn einzugehen, zieht er weiter. Mit der Zeit wirst du Übung darin bekommen und du schweifst immer seltener ab. Wenn du trotzdem merkst, dass du in einem Gedanken versunken bist (und das passiert zu Beginn noch sehr sehr oft), komme zurück zu deinem Bewusstsein und sehe dich als Beobachter.

Konzentriere dich auf deinen Atem. Spüre, wie du ein- und ausatmest. Beobachte deinen Atem. Wie die Luft an deiner Nasenspitze zirkuliert. Das hilft dir dabei, bei dir zu bleiben.

Zum Meditationskurs >>

Wozu meditieren?

Für mich ich Meditation zum festen Bestandteil meines Alltags geworden. Meditation ist keine 5-Minuten-Sache, kein Hobby und auch keine Aktivität, die ich mal eben nebenher so mache. Meditation ist viel mehr eine Lebensweise, die in all das übergeht, was ich tue. Weil ich überzeugt bin vom Leben, von den Fähigkeiten die in uns stecken und von der Tatsache, dass wie im Inneren all das finden, wonach wir suchen.  Meditation ist für mich eine Einstellung zum Leben.

Während der Meditation bin ich geerdet, öffne mein Herz und meinen Geist und lasse alle Energien fließen. Alles was da ist darf da sein. Ob gut oder schlecht, alles was jetzt da ist nun mal da und möchte auch so gefühlt werden.

In unserer Gesellschaft neigen wir dazu, Dinge zu verdrängen. Wenn uns etwas nicht gut tut, wir dieses Gefühl als Schmerz empfinden, liegt es in der Natur der Dinge, es zu verdrängen. Wir möchten es nicht wahrhaben.

Für mich gilt: etwas zu verdrängen ist nicht die Lösung. So kann die Situation weder verbessert, noch geheilt werden. Man verlagert viel mehr ein Problem auf später. Denn irgendwann wird es dich wieder einholen, so lange es ein Bestandteil von dir ist.