Viele meiner Leser möchten gerne von mir wissen, wie ich mit Alltagsproblemen oder Stressmomenten fertig werde. Ich nehme mir in solchen Situationen meine 5-Minuten-Auszeit. Allerdings warte ich nicht erst ab, bis ich von einem Problem eingeholt werde; ich habe mir die 5-Minuten-Auszeit zum täglichen Ritual gemacht.

Die beste Zeit zum Nachdenken findest du abends im Bett bevor du einschläfst. In der Regel sollte es dann still sein, alle Smartphones, Tablettes und sonstige Dinge ausgeschaltet. Jetzt beginnt die Zeit für dich.

Diese Übung gibt mir neue Energie, die ich für den nächsten Tag brauche. Sie ermöglicht mir aber auch, meine Ziele zu visualisieren und einen kleinen Checkup zu machen, wo ich gerade stehe.

Am besten funktioniert die Übung auf dem Rücken liegend. Schließe deine Augen und beginne damit, vier bis fünfmal tief ein- und auszuatmen. Konzentriere dich dabei wirklich auf deinen Atem. Spüre, wie die Luft durch die Nase in deinen Körper strömt. Versuche, alle anderen Gedanken komplett auszublenden.

Ich stelle mir die Luft als Energie vor. Frische, unbenutzte und stärkende Energie, die durch meine Nase in die Lunge fließt und sich von dort aus im ganzen Körper verteilt. Sie versorgt jede noch so kleine Zelle mit neuer Energie.

Diese langsame aber intensive Atmung lässt dich runterkommen und den Alltagsstress hinter dir. Fühle dich angekommen. Sei dir bewusst, dass dies deine ganz persönlichen 5 Minuten sind, die du in dich investierst.

Nach der Atemübung mache ich mir gedanklich bewusst, dass ich mit allem verbunden bin. Ich spüre, wie sich ein Gefühl der Geborgenheit breitmacht. In diesem Gefühl beginne ich zunächst, den Tag gedanklich revuepassieren zu lassen.

Was habe ich heute erlebt? Was hat mir große Freude bereitet? Worin habe ich Fortschritte gemacht? Was ist mir heute besonders gut gelungen? Welche Menschen habe ich getroffen? Mit wem habe ich geredet? Was kann ich daraus für mich mitnehmen? Wann und worüber habe ich gelacht? Wann am Tag habe ich mich richtig gut gefühlt?

Erst die positiven Seiten des Tages. Sie geben mir ein gutes, wohltuendes Gefühl und helfen mir, die weniger guten Dinge des Tages aufzuarbeiten. Dabei ist es wichtig, dass dir die 5-Minuten-Auszeit die Möglichkeit gibt, negative Erfahrungen des Tages in positive umzuwandeln.

Wie das geht? Denke zunächst darüber nach, was in deinen Augen schlecht gelaufen ist. Wer oder was hat dir Ärger bereitet, worüber warst du unglücklich? Hattest du ein Problem im Job? Ein schlechtes Gespräch? Egal was es ist, identifiziere es gedanklich und stelle dir bildlich vor, wie es hätte besser laufen können.

Schreibe deine Geschichte neu!

Dein Unterbewusstsein wird diese Bilder abspeichern. Eine weniger gute Situation sollte nie unbehandelt in dein Unterbewusstsein gelangen, da sie von dort aus spätere Entscheidungen oder Verhaltensweisen negativ beeinflussen könnte. Du erinnerst dich: Deine Persönlichkeit hängt von deinen inneren Überzeugungen ab. Du verhälst dich nach festen Mustern, die in deinem Unterbewusstsein verankert sind. Alle Erfahrungen deines Lebens haben dich zu der Person gemacht, die du heute bist.

Versuche also immer, schlechte Erfahrungen des Tages umzuwandeln, indem du dir den perfekten Ausgang dieser Situation vorstellst. Man kann auch von einem Prozess der Visualisierung sprechen. Du visualisierst die Situation so, wie sie eigentlich hätte ablaufen sollen. Du wirst schnell merken, wie gut dir diese Übung tut.

Der dritte und letzte Teil meiner 5-Minuten-Auszeit besteht darin, meine Ziele zu überdenken. Ziele sind das wichtigste im Leben und gehören zu einer guten Persönlichkeitsentwicklung einfach dazu. Ich habe beispielsweise immer 3 materielle und 3 immaterielle Ziele, die ich schriftlich festhalte und auswendig kenne.

Materielle Ziele beziehe sich auf Finanzen, Vermögen, Dinge, usw. Immaterielle haben mit mir selbst zu tun: Gesundheit, Persönlichkeit, Charakter, Kommunikation, Erfolg usw.

Zunächst gehe ich die Ziele im Kopf der Reihe nach durch. Aber intensiv, so dass sie Emotionen auslösen. Ich spüre den Drang nach Verwirklichung meiner Ziele. Dieses Gefühl ist durch nichts zu ersetzen! Ich spüre das Glück, welches durch meinen Körper geht, wenn ich an die Verwirklichung meiner Ziele denke.

Anschließend mache ich ein Checkup. Wo stehe ich heute? Wie weit bin ich vom jeweiligen Ziel noch entfernt? Was kann ich gegebenenfalls besser machen, um ein Ziel schneller zu erreichen? Bin ich auf dem richtigen Weg? Habe ich vielleicht sogar schon wieder ein Ziel erreicht und kann es durch ein neues ersetzen?

Zum Abschluss atme ich noch einige Male bewusst tief ein und aus, spüre ein richtig gutes Gefühl in mir und schlafe ein. Jeden Abend. Meine 5-Minuten-Auszeit.

Alles Gute,
Stefan

PS: Gerne dürfen daraus auch mal 10 oder 15 Minuten werden 🙂 Es schreibt dir niemand etwas vor. Handle einfach wie du es für gut empfindest.


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